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Über das Dasein unserer Vorfahren existieren nicht mehr allzu viele Aufzeichnungen, jedoch kann eine sorgfältige und systematische Auswertung des Bestehenden einige interessante Erkenntnisse hervorbringen. Für die Nachfahren der früheren Bevölkerung des nordböhmischen Niederlandes bestehen recht gute Chancen auf zahlreiche Urahnen und Verwandte zu stoßen, denn die ehemaligen Bewohner waren nahezu ausnahmslos deutscher Herkunft, tief mit Land und Boden verwurzelt und über Jahrhunderte hinweg hier sesshaft.
Informationen über seine Vorfahren kann ein Ahnenforscher aus verschiedenen, mehr oder weniger zuverlässigen Quellen beziehen. Begonnen wird in der Regel mit Familienaufzeichnungen der Eltern und Großeltern und den zu Verfügung stehenden amtlichen Urkunden. Eine nachträgliche Anforderung von Abstammungsurkunden ist stets mit etwas Aufwand verbunden und man sollte wissen, dass auch tschechische Standesämter wegen geltender Datenschutzbestimmungen solche Dokumente nur für direkte Nachkommen ausstellen. Glücklich kann sich deshalb derjenige schätzen, der über einen eigenen Ahnenpass verfügt. Aber auch darin sind oft nur wenige Generationen vermerkt und so kommt der Tag, an welchem der Wunsch entsteht sich endlich in ein Archiv zu begeben, um selbst in den Kirchenbüchern nachzusehen. Hat man einmal in den alten Matrikeln geblättert und bislang unbekannte Ereignisse über seine Vorfahren entdeckt, diese dann auch noch verstanden, entsteht meist der innige Wunsch weiter zu machen. Die alten Schriften zu entziffern, Schreibweisen und Zusammenhänge zu verstehen sind erlernbare Fähigkeiten, welche anfangs zwar mit etwas Mühe verbunden sind, dafür aber nachher einem viel Freude bereiten.
Auf seinen ersten Besuch im Archiv sollte man sich gut vorbereiten, vor allem sollte man wissen: Im welchem Ort fand die gesuchte Geburt oder Eheschließung, bzw. der Sterbefall statt? Bereits diese Frage zu beantworten kann manchmal zu einem Problem werden. Hat man dazu überhaupt keinen Anhaltspunkt, können vielleicht alte Adressbücher oder andere, in der Region forschende Genealogen Aufschluss über die gesuchte Person oder Familie geben. Um das passende Kirchenbuch für die Nachforschungen anzufordern, sollte man neben den deutschen auch den heute gültigen Tschechischen Ortsnamen und seine Zugehörigkeit zur Pfarrgemeinde kennen. Es ist ratsam sich zuvor vor Augen zu halten: Welche Fakten habe ich schon und welche Information benötige ich vorrangig? Damit die Zeit im Forschungsraum effektiv genutzt wird, sollte man sich auch ein Ersatzprogramm zurechtlegen. Darin soll der Fall berücksichtigt werden, wenn es mal nicht weiter geht, weil ein Eintrag nicht dort gefunden wurde, wo man ihn erwartet hat. Damit sind schon mal die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Archivbesuch gegeben.
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