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Die Präsenz des um Meißen stark verbereiteten Geschlechts beginnt im Niederland mit dem Jahr 1481, als Hugold von Schleinitz auf Schleinitz und Kriebstein die Tollensteiner Herrschaft von Christoph Wartenberg erwirbt. 1487 gestattet der König Vladislav II. , dass die Tollensteiner und Schluckenauer Lehensleute dem Hugold von Schleinitz, wenn gleich derselbe dem böhmischen Ritterstand nicht angehört, Gehorsam zu leisten. Hugolds Sohn Heinrich, wie sein Vater Obermarschall am Hofe zu Dresden, vergrößert den Besitz durch Zukauf weiterer Herrschaften in Böhmen und in der Lausitz erheblich, dass bald vom Schleinitzer Ländchen gesprochen wird. Nach der Reformation waren die in Sachsen lebenden Familienmitglieder ausnahmslos protestantisch, während die böhmische Linie vorwiegend katholisch blieb. Heinrich starb 1518 in Altzelle bei Meißen und hinterließ die Söhne Jahn, Ernst, Wolf, Christoph, Hans und Georg. Nach dem frühen Tod ihrer Brüder übergeht der väterliche Besitz, dessen Mittelpunkt die Herrschaft Tollenstein-Schluckenau ist, an Ernst und Georg.
Ernst von Schleinitz war nach seinem Studium in Bologna zeitlang Kanonikus und Dompropst in Prag, danach Dompropst in Meißen und ab 1524 Administrator des Prager Erzbischofs. 1541 übersiedelte er nach Rumburg, von wo er die Geschäfte der Erzdiözese leitete. Frind berichtet in seiner Kirchengeschichte, dass sich dieser unbeirrbare Katholik in eine Disputation mit Luther in Beisein des Herzogs Georg von Sachsen einließ. Nach seinem Tod 1548 stellte man in der Schluckenauer Kirche ein Grabrelief aus rotem Marmor auf, auf welchem dieser außergewöhnliche Geistliche abgebildet ist.
In Georgs Namen entstanden die Orte Georgenthal und Georgswalde, eher der Freund des Bergbaus seinen Wohnsitz 1555 von der Burg Tollenstein in das Rumburger Schloss verlegte. Hier starb auch Georg am 27.9.1565 und hinterliess sieben Söhne. Heinrich erbte die Herrschaft Tollenstein-Rumburg, sein Bruder Ernst bekam Schluckenau, Christoph erhielt Hainspach und Lobositz ging an Haubolt. Die einzige Tochter Dorothea heiratete den Jacob von Haugwitz. 1570 verkaufte der verschuldete Heinrich das Dorf Warnsdorf an seinen Bruder Friedrich und den Herrn von Leimar. 1600 wurde die Herrschaft von einem weiteren Bruder, den Albrecht von Schleinitz übernommen, welchem 1605 auf dem Schloss zu Warnsdorf der Sohn Maxmilian Rudolf geboren wurde. Dieser legte als neunzehnjähriger Propst des Domkapitels St. Stephan der Obrigkeit ein Gutachten zur Errichtung eines Bistums in Leitmeritz vor. Als 1655 Papst Alexander VII. Leitmeritz zum Bistum erheben lässt, wird Maxmilian Rudolf von Schleinitz zum ersten Bischof des neuen Leitmeritzer Kreises ernannt.
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